„Couragetage 2016“ setzen Zeichen gegen rechte Gewalt

Couragetage 2016 Paderborn

Der Kreis Paderborn zeigt Flagge für Zivilcourage und gegen Gewalt. „ZE!G MUT, SCHAU HIN & TU WAS“ ist das Motto des Präventionsrats gegen Gewalt, der am 08. und 09. April 2016 in der Wewelsburg die „Couragetage 2016“ durchführt. Die „Couragetage 2016“ stehen ganz unter dem Zeichen der Vorbeugung gegen rechte Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. „Damit sind sie aktueller und bedeutsamer als je zuvor“, erklärt Landrat Manfred Müller, der Vorsitzende des Präventionsrats. „Mit den verschiedenen Programmpunkten wollen wir das Bewusstsein schärfen und Handlungsalternativen aufzeigen. Menschen jeden Alters können Informationen über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sowie über die Ziele, Taktiken und Strategien erhalten. Ich lade dazu ein, den ein oder anderen Programmpunkt zu besuchen, die Informationen und Aktionen zu nutzen und sich aktiv mit Gewaltprävention und Zivilcourage auseinanderzusetzen.“

>> Das Programm der Couragetage 2016 könnt ihr hier als PDF herunterladen:
Programm-Flyer (PDF)

Rechtsextreme sind nicht immer sofort zu erkennen. Sie verdecken, verschleiern und verharmlosen, indem sie moderne Medien unterschwellig für ihre fremdenfeindlichen Botschaften missbrauchen; Musik und Sprache dienen dabei als Verpackung. Um zu verhindern, dass junge Leute in den Sog extremistischer Szenen geraten, ist es wichtig, sie bereits frühzeitig über den Rechtsextremismus und seine Gefahren zu informieren. Genauso wichtig ist es auch, dass erwachsene Bezugspersonen den Blick schärfen und ihrer Vorbildrolle gerecht werden.

„Was können wir tun, um rechte Gewalt schon im Entstehen zu verhindern und was können wir tun, wenn rechte Gewalt geschieht?“ – Diese Kernfragen werden in den unterschiedlichsten Facetten beleuchtet und in Theaterstücken, Workshops und Referaten bearbeitet. Die Programmpunkte bieten eine breite Palette von Informationen, regen zur Auseinandersetzung und Diskussion an, geben Rat und Empfehlungen, liefern kreative Ansätze und beziehen eindeutig Position gegen rechte Gewalt.

Bereits am Freitag, dem 8. April, stehen um 10.00 und 11.45 Uhr Aufführungen des Hein-Knack-Theaters auf dem Programm. „Klatschkopf“ ist ein Jugendstück, das sich mit der Gewaltbereitschaft junger Menschen, insbesondere mit Argumentationen und Hintergründen gewalttätigen Verhaltens gegen Ausländer und Minderheiten, auseinandersetzt. An den beiden Veranstaltungen können je 120 Schüler weiterführender Schulen teilnehmen. Informationen gibt es bei Carlos Tomé, Kreisjugendamt, Telefon 05251/3085122.

Vier Workshops des Bielefelder Vereins für demokratisches Handeln werden am Samstag, dem 9. April, um 11.00 und 13.30 Uhr angeboten. „Extrem Rechte Lebenswelten – Vom Outfit bis zur Musik“ vermittelt Einblicke in rechte Lebenswelten und Lifestyles und informiert über Kleidungsmarken, Kennzeichen/Symbole sowie extrem rechte Musik. Dass „Fußball alles, auch rassistisch ist“ wird in einem zweiten Workshop thematisiert. Er bietet einen Überblick über den Fußball in Deutschland als Millionengeschäft und als Plattform für extrem rechte Gruppen.

Lange Zeit wurden Frauen nur als „Anhängsel“ von rechtsextremen Männern angesehen. Dass dieses Bild seit Jahren überholt ist, zeigen etliche Studien. Die verschiedenen Rollen von Frauen in der extremen Rechten werden im Workshop „Frauen und die extreme Rechte“ beleuchtet.

Der vierte Workshop „Das darf man doch wohl noch sagen – Rassismus und Sprache“ bietet Ansatzpunkte gegen Stammtischparolen und sprachliche Abwertungen, durch die oft Stereotype und Vorurteile erzeugt bzw. bestätigt werden.

Parallel zu den Workshops gibt es Führungen in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg. Hierbei wird umfassend über die Geschichte der Schutzstaffel (SS) der NSDAP aufgeklärt und zugleich der Opfer der SS-Gewalt gedacht.

Um 16.00 Uhr schließt sich Dr. Karsten Wilke, Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus, mit dem Referat „Die extreme Rechte in OWL: Netzwerke, Themen und Kampagnen“ an. Er schildert, dass Rechtsextremismus vielgestaltig in Parteien, „Kameradschaften“, Vereinen oder Publikationen – auch in Ostwestfalen-Lippe in Erscheinung tritt.

Während der gesamten Veranstaltungsreihe gibt es an einem Infostand Auskünfte zum Projekt „Schule ohne Rassismus“, um Schulen zur Projekt-Teilnahme zu motivieren.

Courageehrung

Eingebettet in die „Couragetage 2016“ ist die „Courageehrung“, mit der Landrat Manfred Müller alle zwei Jahre in einer Feierstunde couragierte Menschen ehrt, die sich in besonderer Weise für andere eingesetzt haben. „Wegsehen ist keine Lösung und Helfen ist Ehrensache, denn mit Entschlossenheit statt Gleichgültigkeit kann sich jeder daran beteiligen, dass wir sicherer leben und uns sicherer fühlen. Gefordert ist dabei kein riskantes Heldentum; vielmehr genügt oft schon eine Kleinigkeit, um eine große Wirkung zu erzeugen“, ist Landrat Manfred Müller überzeugt und weiter: „Ich bin zuversichtlich, dass die „Couragetage 2016“ beim Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechte Gewalt einen nicht unerheblichen Beitrag leisten können.

Anmeldungen für Workshops und Führungen: Kreismuseum Wewelsburg, Burgwall 19, 33142 Büren, Gabriele Both, Telefon 02955-7622-0, Email bothg@kreis-paderborn.de.

Weitere Informationen auf: www.praeventionsrat-paderborn.de

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