Star-Dramatiker Wolfram Lotz erobert Paderborner Theater

Wolfram Lotz Theater Paderborn

„Sensationell!“, schreibt der Spiegel. Noch nie sei ein neues Stück gleich in sechs Theatern aufgeführt worden. Aber dieser 33 Jahre junge Autor hat es tatsächlich geschafft. Er sei „der Autor der Stunde“, lobt das Deutschlandradio, er elektrisiere die deutsche Theater-Szene. Und die WELT meint sogar, er sei der „spannendste junge deutsche Dramatiker“ unserer Zeit. Und dieser Dramatiker ist nun auch mit seinen Stücken im Paderborner Theater zu sehen. Doch wer ist das überhaupt? Gestatten: Wolfram Lotz, Dramatiker des Jahres.

Vom Nachwuchsstar zum Dramatiker des Jahres

Als Sohn einer Apothekerin entdeckte Wolfram Lotz im Alter von 17 Jahren seine Liebe zum Schreiben. Er studierte Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften in Konstanz und bildete sich im Literarischen Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig weiter. Seit 2005 regnete es Auszeichnungen für den jungen Dramatiker, darunter der renommierte Kleist-Förderpreis 2011. Im selben Jahr wählte ihn die Theater-Fachzeitschrift Theater heute zum „Nachwuchsautor des Jahres“. Heute, vier Jahre später, ist er vom Nachwuchsstar zum etablierten „Dramatiker des Jahres“ aufgestiegen. Und daran ist nicht zuletzt sein Stück „Die lächerliche Finsternis“ Schuld, das 2014 in die Theater-Szene einschlug wie eine Bombe: Gleich zu Beginn wurde es in fünf verschiedenen renommierten Theatern aufgeführt. Bisher ein Novum in der Theater-Welt.

Moderne Theater-Philosophie

Wolfram Lotz’ Texte sind anders. Jenseits oftmals routinierter, manchmal langweiliger Theatertradition verstehen sie zu überraschen und zu provozieren. Seine Figuren scheinen aus ihrem alltäglichen Dasein gerissen und auf die Bühne gestellt worden zu sein. Bereits Verstorbenen wird neues Leben eingehaucht — auch sie haben noch etwas zu sagen. Lotz selbst nimmt als Rollencharakter aktiv am Geschehen teil. Überhaupt geht es sehr oft um die Wirklichkeit oder das, was wir dafür halten. Fiktion verschmilzt mit Realität, die Grenzen verschwimmen und werden neu gesetzt. Mit wortreichen Monologen transportieren die Bühnengestalten den in ihnen wohnenden Widerstand nach außen. Doch Gegenwehr und Kommunikation gehen stets Hand in Hand. Theater ist immer Gespräch.

Mode und Wirklichkeit

Unter dem Titel „Mode und Wirklichkeit“ wartet das Paderborner Theater nun mit einer 50-minütigen Vorstellung bestehend aus drei Monologen aus Wolfram Lotz’ Stücken auf. Die Besucher nehmen zwischen Sesseln und Lampen rechts und links direkt auf der Studiospielfläche Platz. So sind die Akteure zum Greifen nah. Im „Wohnzimmer“ treten der 2005 ermordete Modeschöpfer Rudolph Moshammer, ein somalischer Pirat sowie der Autor Wolfram Lotz selbst auf. Was diese Figuren zusammen in dieses Zimmer treibt? Das erfahrt ihr, wenn ihr euch das Stück anseht. Am 23.01.2016 steht Wolfram Lotz im Anschluss an die Vorstellung selbst Rede und Antwort. Hier findet ihr die Termine: Spielzeiten Theater Paderborn

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